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05.02.2009 19:39
Flugblattaktionen, Sprühereien, Glasscherben und Quarzhandschuhe antworten

Flugblattaktionen, Sprühereien, Glasscherben und Quarzhandschuhe,
05.02.2009
Zu den aktuellen Naziumtrieben in Kiel


In Kiel sind Neonazis aus dem Spektrum der "autonomen Nationalisten", die sogenannte "Aktionsgruppe Kiel", wieder vermehrt aktiv. Der folgende Text versucht einen Überblick über die Geschehnisse der letzten Wochen zu geben.

Vorausgegangen war den Naziaktionen ein Outing von 10 militanten Neonazis der "Aktionsgruppe Kiel", um die es nach der Inhaftierung von Peter Borchert im August 2008 zunächst wieder ruhiger geworden war. Gegen Borchert läuft derzeit in Kiel ein vielbeachteter Prozess. Ihm wird vorgeworfen in einer Schlägerei ein Mitglied der "Hells Angels" lebensgefährlich verletzt zu haben. Das Outing durch AntifaschistInnen am 17.01. informierte die AnwohnerInnen über die neonazistischen Aktivitäten ihrer NachbarInnen. Desweiteren wurden die ArbeitgeberInnen der Neonazis informiert.

In der Nacht zum 18.01. wurde ein Brandanschlag auf ein Auto vor einem Wohnprojekt in Neumünster verübt. Dass dies als Reaktion auf die Outing-Aktion geschah wird bisher nur vermutet, ist aber nicht auszuschließen.

In Kiel kam es dann Anfang der letzten Januarwoche, am 26.01. und 27.01., zu jeweils halbstündigen Verteilaktionen von veraltetem NPD-Material in der Kieler Innenstadt, vermutlich durch lokale NPD-Aktivisten. Im gleichen Zeitraum tauchten vermehrt Aufkleber nahezu überall in Kiel und einige Sprühereien in der Innenstadt sowie an einer linken Kneipe auf. Dabei zeigte sich anscheinend ein Teilerfolg des Outings, da sich die offensichtlich faschistischen UrheberInnen der dilettantischen Sprühereien aufrichtig für ihre kurzfristig eingetretene Arbeitslosigkeit bedankten.

Als dann am Dienstag, den 03.02., wieder eine Flugblattaktion, diesmal jedoch durchgeführt von drei militanten Neonazis der "Aktionsgruppe Kiel" (u.a. Daniel Z. und Peter v. d. B.) in der Innenstadt stattfand, traf sich eine kleine Gruppe von AntifaschistInnen, die die Aktion allerdings nur kurzfristig stören konnten. Auf die aggressiven Aufforderungen zu einer Schlägerei reagierten die AntifaschistInnen nicht und gingen so einer Konfrontation aus dem Weg. Die Flugblätter setzten sich aus ebenfalls veraltetem Infomaterial, bestellbar über das Internet, mit dem Aufdruck "Aktionsgruppe Kiel" zusammen.

In der Nacht auf den 04.02. wurden dann zwei Angriffe auf linke Projekte verübt. Dem Buchladen "Zapata" und der Druckerei der "Hansastraße 48" wurden die Scheiben eingeworfen. Dass "autonome Nationalisten" aus der "Aktionsgruppe Kiel" hierfür verantwortlich sind, ist relativ sicher, so haben diese im Frühjahr 2008 im Vorfeld der Kommunalwahlen unter anderem genau diesen Projekten die Scheiben eingeworfen.

Gestern, am 04.02., kam es dann im Rahmen einer erneuten Verteilaktion durch die dieselben Neonazis zu einer Auseinandersetzung mit einigen AntifaschistInnen. In dessen Folge kam es zu Festnahmen und erkennungsdienstlichen Behandlungen von vier AntifaschistInnen. Mindestens einer der Neonazis (Daniel Z.) ist ebenfalls durch die Polizei gefasst worden.

Es ist unklar, ob die Kieler "autonomen Nationalisten" wieder eine Serie von militanten Anschlägen und anderen Aktionen wie im Frühjahr 2008 planen. Von antifaschistischer Seite darf und sollte hier mit vielfältiger Gegenwehr gerechnet werden, um der "Aktionsgruppe Kiel" und allen anderen faschistischen und neonazistischen Organisationen klare Kante zu geben.


Keinen Millimeter den FaschistInnen!
Organisiert den antifaschistischen Widerstand!


Autonome Antifa-Koordination Kiel, 5.2.09

http://www.antifa-kiel.org

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02.05.2009 15:14
#2 50 auf antifaschistischer Kundgebung gegen Nazi-Aktivitäten in Kiel, 04.03.09 antworten
50 auf antifaschistischer Kundgebung gegen Nazi-Aktivitäten in Kiel, 04.03.09

Am 4.3.09, versammelten sich etwa 50 AntifaschistInnen zur Mittagszeit auf dem Asmus-Bremer Platz in der Kieler Innenstadt zu einer Kundgebung. Diese richtete sich gegen die sich seit Ende Januar häufenden Aktionen der neonazistischen "Aktionsgruppe Kiel", die neben Plakat- und Spühaktionen in den letzten Wochen regelmäßig Flugblattverteilungen in der Innenstadt durchführten. Bisheriger Höhepunkt dieser jüngsten Entwicklungen waren erneute Angriffe auf alternative bzw. linke Einrichtungen in Kiel in der Nacht zum 4. Februar 2009, als bei der Druckerei der Hansastr. 48 und beim Zapata-Buchladen Fensterscheiben eingeworfen wurden. Auch hierzu bekannte sich auf ihrer Internetseite die "Aktionsgruppe Kiel".

Während der knapp einstündigen Kundgebung, zu der die Autonome Antifa-Koordination Kiel aufgerufen hatte, wurden zahlreiche Flugblätter an die größtenteils aufgeschlossen wirkenden PassantInnen und in umliegenden Geschäften verteilt. In einem Redebeitrag wurden die PassantInnen, Gewerbetreibenden, Beschäftigten und AnwohnerInnen rund um den Asmus-Bremer-Platz dazu aufgerufen, die unangekündigten Verteilaktionen der Nazis zu stören und zu sabotieren. Dies dürfe nicht allein in der Verantwortung organisierter AntifaschistInnen liegen. Widerstand gegen die Nazis in der Stadt war bisher weitestgehend ausgeblieben.

Insgesamt war die Kundgebung trotz Mittagszeit unter der Woche sehr gut besucht und war ein erster hoffnungsvoller Schritt, dem neuen Selbstbewusstsein der Nazis bei ihren öffentlichen Auftritten durch antifaschistische Intervention langfristig etwas entgegen zu setzen. Es liegt an allen AntifaschistInnen in Kiel, in den nächsten Wochen darauf aufzubauen und die Dreistigkeiten der "AG Kiel" wiedermal einzudämmen. Wie dringend dies ist, zeigt, dass sich bereits eine Stunde nachdem die Antifa-Kundgebung beendet wurde, wieder mehrere Nazis am Asmus-Bremer-Platz auftauchten, um ihren Nazimüll dort abzuladen.

Von http://www.antifa-kiel.org.

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02.05.2009 15:16
#3  Nazis planen größere Aktionen in Kiel! antworten

Nazis planen größere Aktionen in Kiel!

Der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus Kiel weist in einer aktuellen Veröffentlichung auf schon in nächster Zukunft (d.h. evtl. schon dieses Wochenende) zu erwartende unangekündigte größere Aktionen von Neonazis um die "Aktionsgruppe Kiel" hin. Wir rufen in diesem Zusammenhang alle AntifaschistInnen in Kiel dazu auf, wachsam zu sein, auf einander zu achten, sich zu organisieren und aktiv zu werden!
Die Veröffentlichung des Runden Tisches:

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
Kiel ist unsere Stadt! Hier ist für Faschisten kein Platz!
Nazis planen Aktionen und Aufmarsch in Kiel!

Wie wir vor kurzem erfahren haben, wollen Kieler Neonazis in nächster Zeit einen überraschend geplanten Aufmarsch durch Kiel durchführen. Der Plan hierfür geht von Mitgliedern der "Aktionsgruppe Kiel" aus, die Kiel im "Kampfjahr 2009" wieder zur "Frontstadt" machen wollen.

Welche Mittel die Neonazis im Kampf gegen ihre politischen und auch andere Gegner einsetzen wollen, das ist nach den Erfahrungen der letzten Jahre klar: Während des Kommunalwahlkampfes 2008 haben sie mehrere linke Projekte angegriffen, Fensterscheiben eingeworfen und Menschen bedroht. Am Rande einer antifaschistischen Demonstration gegen den Einzug der NPD ins Kieler Rathaus haben sie mehrere AntifaschistInnen angegriffen und verletzt. Der frühere NPD-Landesvorsitzende und jetzige Führer der "Aktionsgruppe", Peter Borchert, ist erst vor einigen Wochen knapp einer Verurteilung entgangen, nachdem er ein Mitglied der Hells Angels, der im Prozess gegen einen anderen Neonazi als Zeuge geladen war, mit einem Messer schwer verletzt hatte. Und in der ersten Februarwoche griffen Nazis wieder antifaschistische Einrichtungen an und warfen dort Fensterscheiben ein.

Wenn die Neonazis also jetzt einen Aufmarsch und andere Aktionen durch Kiel planen, dann wollen sie damit nicht nur ihre menschenverachtende Hetze verbreiten - was ohnehin Grund genug wäre, sich ihnen in den Weg zu stellen. Nein, ein solcher Aufmarsch ist außerdem eine ganz konkrete und unverhohlene Drohung gegen Menschen und Projekte, die gegen die Nazis und deren mörderische Ideologie und Taten aktiv sind.

Gleichzeitig ist ein solche Aktivitäten auch ein Vorgeschmack auf den Bundestagswahlkampf 2009. Die "Aktionsgruppe Kiel" ist personell eng mit der NPD verflochten und wird sich maßgeblich an deren Wahlkampfaktivitäten beteiligen.

Die letzten Versuche von Neonazis, durch Kiel zu marschieren, sind allesamt kläglich gescheitert. Jedes Mal haben sich ihnen Tausende von Menschen in den Weg gestellt. Der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus Kiel ruft, zusammen mit anderen antifaschistischen Kräften, auch dieses Mal alle Kielerinnen und Kieler auf, sich den Nazis entgegenzustellen. Zeigen wir ihnen wieder und wieder, dass sie in unserer Stadt nichts zu suchen haben. Sobald wir nähere Informationen zu ihren Plänen haben, werden wir konkret zu Kundgebungen und/oder einer Demonstration aufrufen.
Achtet auf weitere Ankündigungen. Informiert euch gegenseitig!

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02.05.2009 15:19
#4 Aktionen und Demo gegen Neonazis in Kiel, 09.03.09 antworten

Aktionen und Demo gegen Neonazis in Kiel, 09.03.09

In Kiel haben heute erneut Neonazis der Aktionsgruppe Kiel versucht Flugblätter zu verteilen, was ihnen diesmal allerdings durch antifaschistische Proteste erschwert wurde. Als Reaktion auf und gegen die erneuten Verteilaktionen von Neonazis in Kiel und den Einsatz der Polizei und ihren Hunden gegen Antifas reagierten Kieler AntifaschistInnen mit einer erfreulich großen Spontandemonstration duch Gaarden.

Zunächst ein Teil vom Aufruf zur heutigen Spontandemo als Bericht über den Tag:
"Heute Mittag haben Neonazis der "Aktionsgruppe Kiel" für kurze Zeit versucht Flugblätter auf dem Vinetaplatz im migrantisch geprägten Stadtteil Gaarden zu verteilen. Dabei wurden sie von einem größeren Aufgebot der Polizei beschützt. Spontan sammelten sich AntifaschistInnen in der Nähe um dagegen vorzugehen. Dabei wurden sie sofort von PolizistInnen mit Hunden bedroht und angegangen. Auch im Rückzug wurden die Hunde immer wieder auf die Gruppe AntifaschistInnen losgelassen, zwei Menschen wurden durch Hundebisse leicht verletzt. Die Polizei war dann offensichtlich sehr darum bemüht, die Nazis schnell wieder aus Gaarden raus zu bekommen. Danach machten sich die 9 bis 10 Nazis (die bekannten "autonomen Nationalisten") zu Fuß und in Bullenbegleitung auf den Weg in die Innenstadt. Hier verteilten sie dann unter großer Bullenbewachung Flugblätter in der Holstenstraße. Auch hier wurden protestierende AntifaschistInnen, mittlerweile eine größere Gruppe, von Polizeihunden attackiert. Die Neonazis hielten sich ca. 1 Stunde auf dem Asmus-Bremer Platz auf und wurden dann unter Polizeischutz aus der Innenstadt eskortiert."

Um 17 Uhr trafen sich dann nach nur zweistündiger Mobilisierung etwa 100 AntifaschistInnen auf dem Vinetaplatz in Gaarden, wo es nach einer einer kurzen Auftaktkundgebung eine unangemeldete Spontandemo gegen den gewalttätigen Einsatz der Polizei und natürlich zur Aufklärung der heutigen Vorkommnisse in Gaarden und der Innenstadt gab. Während der Demo wurden Flugblätter zur aktuellen Situation auf türkisch und deutsch verteilt. Die Polizei beschränkte sich bei freier Routenwahl für die Demo lediglich munter aufs Verkehrsregeln.

Es bleibt abzuwarten, ob noch größere antifaschistische Aktionen in den nächsten Tagen oder Wochen nötig sind, um der AG Kiel und allen anderen Nazis in der Stadt klar zu machen, dass sie hier immer auf Gegenwind stoßen werden. Die Flugblattverteilung mitten am Tag in Gaarden zeigt, dass sie auch versuchen an für sie gefährlichen Orten präsent zu sein - es ist davon auszugehen, dass auch in nächster Zeit Nazidreck in verschiedenen Formen in Kiel zu sehen sein wird. Heute gab es allerdings nicht viel zu lachen für sie, und so war der Tag nach den antifaschistischen Kundgebungen letzten Mittwoch und letzten Samstag ein weiterer politischer und aktionistischer Schritt in die richtige Richtung im Kampf gegen die AG Kiel und alle anderen Nazibanden.

Weitere Infos zur Situation in Kiel unter http://www.antifa-kiel.org

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02.05.2009 15:26
#5 ... antworten



Am Dienstag, 07. April 2009 führten etwa 25 Neonazis der "Aktionsgruppe Kiel" und der NPD zwischen 19 und 20.30 Uhr einen kurzfristig angemeldeten Aufmarsch in der Kieler Innenstadt durch. Ermöglicht wurde ihnen dies durch ein massives Polizeiaufgebot, das ihnen den Marsch vom Kieler Hauptbahnhof zum Asmus-Bremer-Platz und wieder zurück sicherte.

Bereits kurz nachdem sich die Neonazis am Hauptbahnhof gesammelt hatten, trafen die ersten spontan mobilisierten Antifaschist/-innen im gesamten Innenstadtbereich ein. Insgesamt haben über den Abend weit über 100 Menschen an spontanen Gegenaktivitäten teilgenommen: Lautstark und mit Transparenten wurde am Rande der Route Abneigung gegen die Neonazis demonstriert, es kam außerdem zu kleinen Material- und Sitzblockaden.

Die Polizei schirmte den gesamten Aufmarsch ab und ging mit äußerster Brutalität gegen protestierende Antifaschist/-innen vor. Teilnehmer/-innen einer Sitzblockade an der Bushaltestelle Hauptbahnhof wurden verprügelt, ein Journalist wurde mit Schlägen an seiner Arbeit gehindert und immer wieder fielen vor allem Polizist/-innen der Eutiner BFE-Einheiten durch Gewaltandrohungen und -anwendungen gegen Antifaschist/-innen auf. Es kam dabei zu mindestens einer brutalen Ingewahrsamnahme. Nachdem die Nazis ihren kurzen Aufmarsch beendet hatten, durften diese den Ort des Geschehens durch den Hauptbahnhof verlassen und ohne Polizeibegleitung Richtung Arbeitsamt abziehen, während Antifaschist/-innen von der Polizei am Hauptbahnhof festgehalten wurden. Dort versuchten die Nazis von der Gablenzbrücke aus mit Steinen Passant/-innen anzugreifen, waren jedoch schnell verunsichert, als sie auf einige Antifaschist/-innen trafen und flüchteten in einen Linienbus.

Bereits in der Nacht in den 7. April wurde ein junger Mann in seiner Wohnung im Kieler Norden von drei Neonazis überfallen. Sie verschafften sich gewaltsam Eintritt in die Wohnung und verwüsteten diese. Zwei der beteiligten Neonazis wurden noch vor Ort festgenommen.

Der heutige spontane Naziaufmarsch und der widerliche Überfall in der Wik sind weiterer Höhepunkt des sich seit Monaten zuspitzenden Kieler Naziproblems. In der Innenstadt hat sich heute wiedermal gezeigt, wem das Häufchen Nazis dies in weiten Teilen zu verdanken hat: Einer Kieler Polizei, die gewillt ist, die Naziaktionen mit allen Mitteln gegen antifaschistischen Widerstand durchzusetzen. Dass sich binnen kürzester Zeit über 100 Antifaschist-/innen umgehend in der City zusammengefunden haben und der Naziaufmarsch nicht ungestört stattfinden konnte, ist als Erfolg zu werten.

Bereits in den vergangenen Monaten häuften sich Neonaziaktionen in Kiel: Oft mehrmals pro Woche verteilen diese faschistische Flugblätter und bedrohen Menschen in der Innenstadt und im gesamten Stadtgebiet, bereits Anfang Februar gingen Scheiben alternativer und linker Einrichtungen zu Bruch. Antifaschist/-innen reagierten mit Kundgebungen und Demonstrationen, während die Kieler Polizei das Bild eines vermeintlich unpolitischen "Bandenkrieges" zu zeichnen versucht und weite Teile der Kieler Öffentlichkeit sich bisher kaum zu Wort meldeten. Dies muss sich ändern: Es wird allerhöchste Zeit, dass sich in Kiel endlich breiter antifaschistischer Gegenwind gegen die permanenten Naziaktivitäten entwickelt.


Von http://www.antifa-kiel.org

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02.05.2009 15:29
#6 Erfolgreiche Aktionen gegen Neonazis in Kiel, 18.04.2009 antworten

Erfolgreiche Aktionen gegen Neonazis in Kiel, 18.04.2009

- Antifaschist/-innen verhindern geplante Naziaktionen in Kiel
- Naziangriff auf antifaschistische Kundgebung in der Innenstadt erfolgreich abgewehrt
- Passant mutmaßlich von Neonazis schwer verletzt
- Polizei hetzt Hunde auf Antifaschist/-innen
- Julia Schmidt (Autonome Antifa-Koordination Kiel): "Überaus erfolgreicher Schritt im Kampf gegen Kiels Naziproblem!"

Am Samstag, 18. April 2009 verhinderten insgesamt einige hundert Antifaschist/-innen verschiedene in Kiel geplante Aktionen von etwa 40 Neonazis.

Bereits am Vormittag versammelten sich gut 100 Antifaschist/-innen auf einer Kundgebung auf dem Bahide-Arslan-Platz in Gaarden, die sich gegen eine für Mittag im Stadtteil geplante Neonazi-Kundgebung richtete. Obwohl die Polizei noch am morgen kurzfristig geklebte antifaschistische Mobilisierungsplakate abriss, war die Stimmung auf den Gaardener Straßen deutlich davon geprägt, eine Aktion von Neonazis in keinem Fall zuzulassen. Als klar wurde, dass es den Neonazis aufgrund der zu erwartenden Gegenwehr aus der Gaardener Bevölkerung offensichtlich verboten wurde, hier aufzutreten, verlagerten sich die antifaschistischen Proteste in die Innenstadt.

Schon seit frühem Vormittag hatten sich bis zu 40 Neonazis aus Kiel und anderen schleswig-holsteinischen Städten, u.a. aus Nordfriesland, aus dem Spektrum der NPD und dem Umfeld der "Aktionsgruppe Kiel" am Hauptbahnhof gesammelt, um von dort aus geschlossen zu einem Aktionsort zu gehen. Nachdem ihnen ebenfalls die Innenstadt verschlossen blieb, weil hier bereits ein angemeldeter Infostand des "Runden Tischs gegen Rassismus und Faschismus Kiel" stattfand, entfernten sich die Neonazis zunächst in kleineren Gruppen von ihrem Sammlungsort.

Währenddessen sammelten sich immer mehr Antifaschist/-innen am Infostand des "Runden Tischs", der sich dort mit einer parallel stattfindenden linken "Reclaim the Streets-Party" vereinigte, wobei zahlreiche antifaschistische Flugblätter an die Passant/-innen verteilt wurden. Gegen 14.30 Uhr versammelten sich am Rathaus zwei Großgruppen von insgesamt etwa 30 Neonazis, offensichtlich um die antifaschistische Versammlung auf dem Asmus-Bremer-Platz anzugreifen. Dieser Plan konnte durch das konsequente Eingreifen von Antifaschist/-innen verhindert werden. Nachdem ein Teil der Neonazis die Flucht ergreifen musste und sich andere von ihnen zum kleinen Kiel zurückgezogen hatten, griffen mutmaßliche Neonazis dort scheinbar einen Passanten an, den sie offenbar für einen Antifaschisten hielten. Der Mann wurde verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Zwanzig Minuten, nachdem es am Rathausplatz/Kleinen Kiel zu den Auseinandersetzungen gekommen war, umstellten einige Fahrzeugbesatzungen Polizei grundlos den Asmus-Bremer-Platz und hetzten dort bissige Hunde auf die antifaschistischen Demonstrant/-innen, wobei mindestens ein Mensch durch Bisse verletzt wurde.

Nachdem die Neonazis mit einer Sonderfahrt der KVG unter Polizeibegleitung aus der Stadt gefahren wurden, entfernte sich ein Teil der Antifaschist/-innen, andere setzten die "Reclaim the streets-Party" auf dem Asmus-Bremer-Platz fort.

Insgesamt dürften heute trotz einer Mobilisierungszeit von nicht einmal 24 Stunden mindestens 300 Antifaschist/-innen an verschiedenen Orten Kiels aktiv die Aktionen der Neonazis verhindert haben. Mindestens 4 Antifaschisten wurden willkürlich fest bzw. in Gewahrsam genommen.

Julia Schmidt von der "Autonomen Antifa-Koordination Kiel" wertete den Tag als einen großen Erfolg im andauernden Kampf gegen Kiels derzeitiges Naziproblem: "Wir haben es geschafft, durch aktive Präsenz vieler Antifaschist/-innen auf der Straße die geplanten größeren Aktionen von Neonazis an diesem Samstag erfolgreich zu verhindern. Dies ist umso wichtiger, da dem seit bereits einigen Wochen andauernden aktivistischen Übermut der Nazis in Kiel so ein deutlicher Dämpfer verpasst werden konnte.

Erschreckend ist es, dass durch die offensichtliche Unfähigkeit oder den Unwillen der Kieler Polizei, die Lage in der Stadt realitätsnah einzuschätzen, scheinbar wiedermal ein Mensch von Neonazis, die sich von der Polizei völlig unbehelligt am Rande einer Antifa-Veranstaltung rumdrücken konnten, ins Krankenhaus geprügelt wurde. Glücklicherweise konnte der doch etwas waghalsige Versuch, die antifaschistische Kundgebung anzugreifen, durch beherztes Eingreifen von Antifas verhindert werden und endete in einem chaotischen Rückzug der Nazis. Dass die Kieler Polizei dann auch noch Antifaschist/-innen mit bissigen Hunden verletzt hat, ist ein Skandal, entspricht jedoch leider ihrem Umgang mit Anti-Nazi-Protest in der Vergangenheit. Nichtsdestotrotz haben wir es heute gemeinsam geschafft, den Nazis eine längst überfällige Niederlage beizuführen, was allen Antifaschist/-innen in den bevorstehenden Aktivitäteten gegen Kiels Naziproblem und ihre widerliche rassistische, antisemitische und nationalistische Ideologie ein Maßstab sein sollte."

Der heutige Versuch Kieler Neonazis, eine Kundgebung durchzuführen, reiht sich ein in eine Vielzahl von Aktivitäten von Neonazis in der Stadt, die seit Ende Januar stark zugenommen haben, bisher aber über antifaschistische Kreise hinaus in der Öffentlichkeit kaum Beachtung fanden.

Von http://www.antifa-kiel.org

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02.05.2009 15:30
#7 Kiel: Hausdurchsuchungen bei Nazis, 26.04.2009 antworten

Kiel: Hausdurchsuchungen bei Nazis, 26.04.2009

Einem Bericht der Kieler Nachrichten zufolge, sowie nach eigenen Angaben des "Landeskriminalamtes" haben deren Beamte am Morgen des 28. April 2009 vier Wohnungen von aktiven Neonazis in Kiel durchsucht, denen der Verdacht auf "Bildung einer kriminellen Vereinigung" nach §129 vorgeworfen wird.

Dabei handelt es sich mutmaßlich um die offen neonazistische "Aktionsgruppe Kiel", die in den vergangenen Monaten für die deutliche Zunahme verschiedener Naziaktivitäten verantwortlich gewesen ist. Grundlage der Ermittlungen sind augenscheinlich Äußerungen der beschuldigten Neonazis, nach denen diese in ihrem antisemitischen und nationalistischen Wahn "als geschlossene Front" den "Kampf gegen die "Zionistische Besatzungsregierung" und "für die Freiheit Deutschlands" begonnen hätten. Diese gewagte Ankündigung schickten sie offenbar direkt per Brief an im Knast sitzende Nazifreunde...

Auch wenn Antifaschist/-innen jegliches Mitgefühl mit den Kieler Neonazis, die nun unter Umständen zumindest kurzzeitig von einer weiteren Seite unter nicht geringem Druck stehen könnten, fremd sein dürfte oder hier und da für einen Moment gar klammheimliche Schadenfreude aufgekommen sein mag, sollten sich die Erwartungen bezüglich der staatlichen Repression gegen die "AG Kiel" als antifaschistische Perspektive stark in Grenzen halten. Die Erfahrung zeigt, dass durch staatliche Verbote - wenn sie denn überhaupt realistische Erfolgschancen haben - weder die Nazis von der Straße noch deren menschenverachtende Ideologie aus den Köpfen verschwindet, sondern diese sich in der Regel langfristig organisatorisch den jeweils neuen Gegebenheiten anpassen. Gegen Nazis und ihre Ideologie hilft nachhaltig nach wie vor ausschließlich die breite gesellschaftliche Durchsetzung eines konsequent antifaschistischen Selbstverständnis und seiner praktischen Umsetzung überall dort, wo Nazis und ihre ideologischen Verwandten versuchen Fuß zu fassen.

Zudem ist zu Genüge bekannt, dass sich die selben staatlichen Repressionsmechanismen, wie der §129, die heute ausnahmsweise die Nazis getroffen haben, sich im überwiegenden Normalfall gegen Antifaschist/-innen und Linke richtet. Da dies sich wohl leider auch in Zukunft kaum ändern wird, dürfte es aus dieser Perspektive schwer fallen, ihren Einsatz zu bejubeln, selbst dann, wenn damit faschistischen Menschenfeinden ein paar Sorgenfalten mehr beschert worden sein sollten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die LKA-Maßnahme auf das zuletzt ohnehin innerhalb recht kurzer Zeit stark ins Bröckeln geratene herbeihalluzinierte Selbstbild des "Frontstadtkämpfers" der "AG Kiel" und ihrem Anhang in nächster Zeit auswirken wird. Interessant ist jedenfalls, dass das LKA damit ausdrücklich dem mühevoll herbeikonstruierten Bild ihrer Kolleg/-innen der Kieler Polizeidirektion, die Stadt Kiel habe vielleicht einen kleinen unpolitischen Bandenkrieg, aber sicher kein Naziproblem, frontal widersprochen hat, das noch bis vor 1 1/2 Wochen vehement vertreten wurde und von der Kieler Lokalpresse willig übernommen wurde...


Von Indymedia.

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29.05.2009 18:18
#8 RE: Flugblattaktionen, Sprühereien, Glasscherben und Quarzhandschuhe antworten

Kiel: Abgesagte Nazikundgebung

Für Samstag, 23. Mai hatten Kieler Neonazis trotz der zeitgleichen Nazidemo in Lüneburg und eines angekündigten Fußballtourniers des Neumünsteraner Nazitreffpunkts "Titanic" eine Kundgebung nahe der Landesbank Schleswig-Holstein in der Küterstraße beim Alten Markt angemeldet, die um 11 Uhr beginnen sollte. Nachdem dies bekannt geworden war, mobilisierten die Autonome Antifa-Koordination Kiel und der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus Kiel seit dem Vortag kurzfristig zu antifaschistischen Gegenaktionen ( http://de.indymedia.org/2009/05/251345.shtml).

So fanden sich ab 10.30 Uhr einige Dutzend Antifaschist/-innen auf dem Alten Markt zu einer spontanen Kundgebung ein, deren Anzahl später auf etwa 100 Personen angewachsen sein dürfte. Die Polizei war ebenfalls bereits mit einem kleineren Aufgebot sichtbar und einem größeren in der Hinterhand, das den angemeldeten Nazi-Kundgebungsort sporadisch absicherte und relativ zügig Platzverweise verteilte, als eine größere Gruppe Antifas kurzfristig den Platz besetzte, aber nicht entschlossen genug war, um ihn zu halten zu versuchen. Die weitere Zeit des Abwartens wurde genutzt, um mit einem Redebeitrag und einigen Flugblättern das Umfeld des Alten Markts über den derzeitigen Naziaktivismus in Kiel aufzuklären.

Zeitgleich sammelten sich seit etwa 9.30 Uhr am Hauptbahnhof ein paar Nazis, die allesamt der Aktionsgruppe Kiel und deren Umfeld zugerechnet werden können. Um etwa 10.30 Uhr waren sie zu acht und wurden seitdem auch nicht mehr mehr. Um 11 Uhr kam es aus dieser Gruppe heraus zu einer kurzen Jagd von etwa fünf Nazis (darunter u.a. Kati L.) auf zwei sich am Bahnhof aufhaltende vermeintliche Antifaschisten. Daraufhin begab sich ein Großteil der Teilnehmer/-innen der Antifa-Kundgebung am Alten Markt Richtung Bahnhof, da es gerüchteweise auch zu einem Angriff auf die Gejagten gekommen sein sollte, was jedoch nicht bestätigt werden konnte. Einige der beteiligten Nazis wurden darauf von der Polizei in Gewahrsam genommen. Kurz darauf, um ca. 11.15 Uhr zog die Polizei ihr Aufgebot am Alten Markt ab und ließ verlauten, dass die Nazis ihre Kundgebung soeben abgemeldet hätten. Angeblich, weil die Anzahl der mobilisierten "Kameraden" hinter ihren Erwartungen zurück geblieben war.

Zu diesem Zeitpunkt verlagerte sich das Geschehen immer mehr zum Hauptbahnhof, wo sich immer mehr Antifaschist/-innen sammelten. Die Polizei begleitete die Nazis jedoch umgehend aus der Bahnhofsgegend, bevor es zu Aktionen kommen konnte. Noch vor 12 Uhr war die angemeldete Nazikundgebung dann vorbei, ohne begonnen zu haben, weshalb sich nach und nach auch die meisten Antifaschist/-innen schöneren Dingen als Nazis widmeten und die Innenstadt verließen. Im Laufe des Vormittags sollen auch zwei Antifas in Gewahrsam genommen worden sein.

Im weiteren Verlauf des Tages kam es zunächst zu keinen weiteren Naziaktivitäten, auch bei der nachmittäglichen "Freiheit statt Angst"-Demo kam es bis auf zwei kurzfristig gesichtete etwas zwielichtige wirkende Personen zu keinen besonderen Vorkommnissen.

Gegen Abend kam es jedoch zu etwas länger andauernden Nazibewegungen in der Wik. Zeitweise bis zu 10 Nazis im "AN-Look" versuchten Passant/-innen, die sie für Linke hielten, einzuschüchtern. Gesichtet wurde dabei auch Peter v. d. B.. Zu Angriffen o.Ä. kam es allerdings nicht.

Insgesamt ist die Bedeutung des Verlaufs des Samstags in Kiel schwer einzuschätzen. Sollte die AG Kiel tatsächlich nicht genügend Leute für ihre Kundgebung zusammen bekommen haben, ist dieser eine weitere peinliche Niederlage für sie gewesen. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Kundgebung von vorn herein nie stattfinden sollte. Was aber dann das Interesse der Kieler Nazis am Samstag war, bleibt noch tiefer im Dunkeln.

Immerhin konnten Kieler Antifaschist/-innen mal wieder eine zumindest befriedigende spontane Mobilisierungsfähigkeit unter Beweis stellen und den vormittäglichen Aufenthalt in der Kieler Innenstadt dazu nutzen, einmal mehr auf die Naziaktivitäten in Kiel aufmerksam zu machen und für antifaschistische Gegenwehr zu werben, die wahrscheinlich auch in nächster Zukunft immer mal wieder erforderlich sein werden wird.


Von de.indymedia.org.

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26.06.2009 15:14
#9 RE: Flugblattaktionen, Sprühereien, Glasscherben und Quarzhandschuhe antworten

Rechtsextremisten haben versucht, die Bewohner des alternativen Projekts "Dampfziegelei" in Kiel einzuschüchtern. Bei einer Party bauten sie sich vor der Einfahrt auf - die Polizei ließ auf sich warten. VON ANDREAS SPEIT
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Kein Tor versperrt den Zugang, kein Zaun grenzt das Grundstück ab. Vor den Fenstern des Wohnprojekts "Dampfziegelei e.G." sind keine Rollläden. Hier in der Wik, am Stadtrad von Kiel, suchen die Bewohner ein offenes Miteinander. Bunt, sozial und kreativ geht es auf dem Grundstück zu. "Das wollen wir uns auch nicht nehmen lassen", sagt Bewohner Ulrich Selle. Trotz des Naziübergriffs von Samstagnacht.

Zunächst, berichtet Genossenschaftsmitglied Michael Stalder, seien drei Gäste des Wohnprojekts im nahen Familia-Supermarkt von Neonazis bedroht worden. "Als sie den Supermarkt verlassen wollten, erwarteten sie eine schwarz gekleidete, zehnköpfige Nazi-Gruppe, bewaffnet mit Baseballschlägern. Glücklicherweise konnten sie flüchten" erzählt er.

Das war um 19 Uhr. Am späteren Abend spitzte sich die Situation zu. "Bei uns fand eine Geburtstagsfeier statt", berichtet Nils Cordruwisch. Gäste erzählten, dass sie bei der Herfahrt von Neonazis fotografiert worden seien. Dann stellte sich heraus, dass sich eine Nazigruppe an der Zufahrt aufgebaut hatte. Gegen 23 Uhr versuchte die Gruppe ein Auto zu stoppen. "Für uns war nicht absehbar, wozu die Nazis noch fähig sind. Wir hatten Angst", sagt Cordruwisch.
Rechte Szene in Kiel

Der Verfassungsschutz beobachtet die Lage in Kiel mittlerweile "mit Sorge".

NPD und "Aktionsgruppe Kiel" treten seit Mitte 2008 verstärkt in Erscheinung, die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt haben sie zur "Frontstadt" erklärt.

Auf der Webseite der "Aktionsgruppe" steht der Leitspruch: "Deutsche Intifada - autonom und militant". Sie erklären, als "Werwolfeinheiten" agieren zu wollen, und loben den Anschlag auf das Wohnprojekt.

Die Wik will die Aktionsgruppe als ihr "Revier" markieren. An den Straßenlaternen kleben Aufkleber mit dem Text: "National befreite Zone durchsetzen".

Er rief beim nächsten Polizeirevier an. Dort versprach man, eine Streife zu schicken. "Nach 15 Minuten rief die Polizei zurück und meinte, es sei kein Wagen frei, es werde keine Polizei kommen." Erst nach über einer Stunde seien Polizisten da gewesen - in der Zwischenzeit hätte Schlimmes passieren können.

"Nein, so ist das nicht korrekt" sagt Jürgen Börner, Kieler Polizeisprecher. "Genau 24 Minuten" später seien seine Leute vor Ort gewesen. Nach dem Anruf sei die Situation als "Streit" eingestuft worden, man hätte von da an im "üblichen Zeitfenster" reagiert. Der Rückruf der Polizei im Wohnprojekt lasse sich jedoch nicht mehr verifizieren - an jenem Tag sei wegen der Rechten "öfter was" gewesen.

Sein Eindruck sei, dass sich "links und rechts" gegenseitig aufschaukelten, sagt Börner. Das Wohnprojekt sei allerdings stadtweit als alternatives Projekt bekannt, wo man günstig wohnen könne, und nicht als "linksradikales Zentrum". Seit Mai 2009 leben 34 Menschen, davon 12 Kinder, in dem Verwaltungsgebäude der Dampffabrik von 1836 und den zwei Neubauten. Das Projekt ist von einem Förderprogramm des schleswig-holsteinischen Innenministeriums unterstützt worden. Einen Umweltpreis haben sie erhalten, gerade retten sie Mauersegler. Doch seit vergangenem Samstag ist die Stimmung angespannt. "Man merkt das die Erwachsenen sich so Gedenken machen", sagt Trixi, 13 Jahre alt.
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Die alternative Lebensform stört die Neonazis in Kiel schon länger. Bereist im April 2008 flogen nachts Steine in eines der Kinderzimmer. "Gott sei dank ist das Kind nicht verletzt worden", sagt die Mutter. Ein Nachbar sagt, er wolle sich ja nicht solche Gedanken manchen, nur: "Mir fiel auf: Mensch, wir haben gar keine Vorhänge, die notfalls Steine und Glassplitter abfangen könnten." Einer der Bewohner sagt, er sei schon aus rassistischen Motiven angegriffen worden. "Auf dem Nachhauseweg schaue ich mich jetzt doch aufmerksam um."

Seit Monaten sucht die Kieler rechte Szene verstärkt die Konfrontation. Vor wenigen Wochen zogen gut zweihundert Meter entfernt von dem Wohnprojekt Neonazis in ein Haus. Zwei Wohnungen mieteten sie an, seitdem bekommen sie regelmäßig Besuch von Kameraden. "Mit ihren Kampfhunden laufen die hier rum", sagen Nachbarn.

Jetzt will sich das Wohnprojekt noch mehr mit den Nachbarn kurzschließen. "Wenn die Nazis aber glauben, wir denken nur an sie, irren die sich", sagt eine Frau. Von "denen" möchten sie sich nicht bestimmen lassen.

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